TTag, 9. Mai 2010. Mit seiner Wunde spazieren gehen.

[…] »Die h e i l i g e n (Wunden), die bleiben offen, die, deren (Weiter-)Bluten wir ersehnen, weil wir uns nicht trennen wollen von dem Schmerz, der uns fühlen macht. Die anderen aber, die wir versorgen,cremen und pflastern, aus denen bilden sich Narben, oft häßliche, fühllose. Das gibt es auch. Und da verkümmert´s. Deshalb darf die Kunst – auch weibliche – nie fürsorglich sein und schonend. Was für die meisten von uns Frauen hieße, dass wir uns gegen das uns Anerzogene stemmen müssten. […]

Diese sechs Zeilen beschäftigen mich nun schon, seit MelusineB sie in in Frauen über Kunst gepostet hat.
Wunden ist ein schwierig oszillierendes Wort; selbst jene Künstlerinnen, deren Werk um nichts anderes kreist, nehmen es selten als solches in den Mund. Echte Wunden zu haben ist in Ordnung, aber metaphorische? Da landet man schneller im Stigma oder in der Genderdiskussion als man Luft holen kann, und bei Narben ist’s auch nicht besser. Das liegt daran, was im obigen Zitat als „nicht vom Schmerz trennen wollen“ bezeichnet wird: solch verdächtiges Verhalten findet wenig Akzeptanz hierzulande, außer in klar definierten (und vor allem diskreten) Gesprächsanordnungen, gerne therapeutischer Natur. Geht man außerhalb dessen mit seiner Wunde spazieren, heißt es schnell mal, man beanspruche milderne Umstände – um sich Vorteile gegenüber jenen zu verschaffen, die sich zusammenreißen können. Und jenen, die immer brav alles ins selbstironische übersetzen, um den anderen auch ja nicht zu überfordern.
„Kunst, auch weibliche, darf nicht fürsorglich und schonend sein“: Ja und nein. Kunst darf alles sein, sonst wäre sie keine. Sie darf auch peinlich sein. Unfair. Oder missglückt. (Ich sage absichtlich nicht misslungen.) Das Einzige, was sie nicht sein darf, ist unsichtbar.
Wenn also Fürsorge und Schonung so weit führen, dass künstlerische Positionen im Tagebuch verrecken, statt in ein Werk zu münden, stimme ich zu. Wo ein Talent ist, ist auch Pflicht. Als eine der ersten jene, die eigenen Skrupel erfolgreich aushebeln zu lernen.
Ich selbst hab‘ für diese erste so lange gebraucht, dass ich schwer im Rückstand mit den übrigen bin.

21 Gedanken zu „TTag, 9. Mai 2010. Mit seiner Wunde spazieren gehen.

  1. Metaphorisch: Man hat nicht oft Gelegenheit, die Kraft, die aus der Unfertigkeit eines Textes, oder eines Bildes kommt, wirklich wahrzunehmen. Die Kraft, die aus dieser Unfertigkeit entsteht, ist für mich die gleiche, die aus der Ungesichertheit und Bodenlosigkeit einer Situation, in die ich mich willentlich hineinbegebe, entsteht. Es ist eine von allen Seiten her offene Energie, die ich als sehr zart, schutzlos, empfindlich – aber auch sehr pulsierend und lebendig empfinde. Solch eine Unfertigkeit kann auch Narben hinterlassen. Die Hände auf diese Narben zu legen, um sie zu verdecken und gleichzeitig so tun, als ob sie nicht da wären, ist Verleugnung dieser. Wenn ich sie ignoriere, nichts tue, und diese Narben nicht pflege, werden sie hart, brüchig, fangen wie ein Geschwür an zu wuchern und entwickeln sich zu einem weitreichenden Störfeld. Wenn man sich Mühe gibt, ihr Dasein bewusst ist, man sich das richtige Mittel sucht, um sie zu pflegen, sind für den Rest des Lebens zwar diese Narben, aber sie werden nicht hart und brüchig, sie fangen nicht an zu wuchern, sondern sie werden weicher mit der Zeit, die Ränder glätten sich und nach einer Zeit hat man sogar den Mut, sie zu zeigen. Narbengewebe selbst ist meistens taub, aber es gibt auch Narben, da merkt man sehr, dass die Nervenenden, die auf den jeweils gegenüberliegenden Seiten der Narben liegen, die durch die erlittene Wunde getrennt wurden, über einen langen Zeitraum immer wieder zusammenwachsen wollen; durch das dazwischen liegende neu gebildete Gewebe geht das aber nicht mehr. Da das direkt umliegende Gewebe einer Narbe deshalb wesentlich empfindlicher ist, als das normale noch umgebene und die Narbe selbst, können durch diesen Heilungsprozess mitunter ziemlich ambivalente Gefühle entstehen, die gleichzeitig sehr öffnen. Das ist ein ziemlich pulsierender und massiv aktiv lebendiger Zustand. Narben verändern die Richtung von Energie, können sie auch mal komplett umdrehen. Diese Umkehr der Energie ist oft fühlbarer, als der vorherige, noch unversehrte Energiefluss dieses Bereiches.

    „Der Schein klebt am Menschen, nur der Schmerz kann beide von einander trennen.“
    Simone Weil (Cahiers)

    „Wo ein Talent ist, ist auch Pflicht“… Ihre Worte machen mich sehr sehr nachdenklich.

    • @cellini Sie wissen offensichtlich, wovon Sie sprechen, wenn Sie von Narben schreiben. Was mich an eine andere meiner Lieblingskünstlerinnen erinnert, Miranda July, die ihre Selbstdarstellung im Netz mit “You obviously know what I’m talking about” beginnen lässt. Jenny Holzer hat mal mit Vernarbungen gearbeitet, fällt mir auch noch ein; sie hat Sätze in Haut gebrannt. Doch das nur am Rande.
      Die Sicherheit, mit der Sie jede Form von Sentimentalität vermeiden, ja negieren, lehrt mich, wie so etwas gemacht werden kann. Es geht um Form, da hat Schneck schon recht. Wäre ich blind und jemand läse mir Ihren Narbentext vor, ich könnte mir ein Bild machen, das des Augenlichts nicht bedürfte, sich in mir aufzubauen, so sehr haptisch sind Ihre Zeilen. Wie eine Bildhauerin schreiben Sie.
      Störfelder: Dieses Wechselspiel von Empfindlichkeit und Taubheit. Ich verstehe Sie so, dass ungesicherte Situationen, in die man sich willentlich begibt, das Potential haben, beide Zustände als Energie wahrzunehmen. Das Überborden und das Fehlen von. In beiden lebendig bleiben, lebendig im Sinne von durchlässig. Für mich war Durchlässigkeit immer der natürlichste Zustand, bin ich’s nicht, kann ich nicht arbeiten. Oft in den vergangenen Jahren war ich’s aber zu sehr, da rannen die Ideen so durch, ohne dass mein Gewebe sie hätte halten können. Insofern sind Verfestigungen gut, sie verdichten und binden. Selbst wenn die Situationen, die sie auslösen, meist überfordernde sind. Von damit einher gehendem Schmerz will ich gar nicht erst sprechen, das ist eh klar.
      Deswegen vermute ich, dass die Sehnsucht nach dem “richtigen” Maß, also jene nach der Handhabbarkeit von Störfeldern, eine Sackgasse ist. Immer, wenn es mir in den letzten Jahren gelang, eine solche Balance zu etablieren, fing ich alsbald an, an ihren Stützpfeilern zu sägen. Ich glaubte ihr nicht, dass sie echt war und wollte sie entlarven. Ja, Simone Weil, der Schein klebt am Menschen. Doch er bleibt etwas künstliches, konstruiertes; er verspricht Deckungsgleichheit, ohne sie je einzulösen.

  2. Liebe Phyllis,

    Sie haben Recht und mein Eintrag wie Ihre Auseinandersetzung damit zeigen, wie das Wortbild von der Wunde einerseits in seiner schillernden Uneindeutigkeit (denn jede stellen wir uns ganz unterschiedlich Wunden vor: blutende, eitrig nässende, aufklaffende, scharf geränderte…) Bedeutung aufreißt, aber auch – andererseits – die Gefahr, nur noch nach Bedeutung zu heischen, weil alles im Klischee sich auflöst (Stigma und Genderdiskussion – wobei: ich halte beide Ebenen nicht für erledigt und d o r t zu „landen“ widerspricht gar nicht meiner Absicht).

    „Sich nicht vom Schmerz trennen wollen“ heißt, dass man sich einlässt, auf die eigene Verletzlichkeit, auf das Wissen um die eigene Sterblichkeit und – was vielleicht das Schwerste ist – die eigene Lächerlichkeit (Da bin ich ganz mit Ihnen einverstanden, dass Kunst auch „peinlich“ oder „missglückt“ sein darf.). Alles in der Kunst, was mir wert ist, ob von Männern oder Frauen geschaffen, ist – so glaube ich – aus so einer Auseinandersetzung mit sich selbst hervorgegangen. Und doch gibt es – und das beschäftigt Sie ja auch – Unterschiede hierbei zwischen den Geschlechtern.

    Männer haben sich häufig ü b e r eine (oder eine Reihe von) Frau(en) geschrieben, gemalt, dargestellt. Im Angesicht, im Körper, in der Stimme der Anderen erfinden sie sich: den Autor. Und zeugen: das Werk (for exampel: Effi, Anna, Emma). Das Verfahren findet Anerkennung – vor allem auch wieder bei weiblichen Rezipientinnen, die sich im Werk (des Autors) widerspiegeln. So gewinnt er Aura und sie gewinnen Glanz.

    Lässt sich dies Produktionsmodell geschlechterverkehrt umsetzen? Ich weiß es nicht. Die unbedingte Loyalität der meisten Frauen, die ich kenne, gilt nicht dem (eigenen) Werk, sondern einzelnen Menschen. Deshalb fällt es ihnen schwerer „die eigenen Skrupel erfolgreich auszuhebeln“. Aber auch, weil sie für diesen Kraftakt, ganz anders als ein Mann, kaum auf Anerkennung (und eine Aura-stiftende Schar von – männlichen – Lesern/Betrachtern) hoffen dürfen. (Es gibt, gebe ich zu, hier einige wenige Ausnahmen.)

    „Wo ein Talent ist, ist auch Pflicht.“ Das ist sehr kantianisch gedacht. Aber Sie haben Recht. Mein Talent ist kein künstlerisches oder literarisches. Aber auch ich bin verpflichtet auf das meine „schwer im Rückstand“. Und wild entschlossen aufzuholen.

    Ich weiß nicht, ob Sie sich nicht vielleicht (was auch sehr weiblich wäre) unterschätzen. Ich schätze Ihre Texte und Zeichnungen sehr und freue mich auf mehr davon.

    • Liebe Phyllis, Fruchtbarkeit möchte ich Ihnen unbedingt… nein, m a c h e ich Ihnen als „reines Frauenthema“ streitig. Und das mit dem „Selbstvertrauen“ ist so eine Sache: dem Selbst vertrauen… setzte das nicht voraus, daß man weiß, was „Selbst“ ist? In dieser Eindeutigkeit gibt es, auch bei Männern, kein Selbst – allenfalls seinen konstruierten Vorschein. Das Selbst ist etwas, das wir erfinden, ob wir Frauen sind, ob Männer.

  3. Das Schönste wäre ja, es gäbe weder männliche noch weibliche Kunst. Geht aber nicht, gibt’s nicht. Wäre ja auch irgendwie arschlangweilig. Daherdennoch sollte man als Künstler wenigstens ab und an versuchen, ebendies herauszulassen. Geht auch nicht, daher besser: wenigstens dann um ein Eck herum zu ‚übersetzen‘ (besser: drei Ecken). Oder zu übertreiben oder zu untertreiben. Kunst muss immer auch Wissenschaft sein. Die selbstironische Distanz ist dabei nicht unhilfreich bei der zielweisenden Blickführung. Oder eben das Spiel mit genau diesem Geschlechtswissen, der immer subjektiven Gefangenheit, die den Blick lenkt. Dem Wissen über die Unmöglichkeiten des Verleugnens, weder von Verwundung, noch von (fairerweise) Glück.

    Es gibt sie ja, die typische „Frauenkunst“, der Begriff ist fast schon verleumdend, aber er existiert, es ist damit etwas ‚gemeint‘. Und ich mag mir manch solches selbst oft auch gar nicht mehr ansehen. Weder Tracey Emins gebrauchte Tampons als eher offensiven Beitrag, noch diese eher passiv kratzende Wunden- und Weltgedächtniskunst mit Stöckchen und Kugeln und Sand und Muscheln und Bienen, die mir ebendiese ‚Wunden‘ (die es zweifellos gibt!) zu simpel, lesbar und langweilig vorführen. So einfach ist das ja alles nicht, die Welt. Genauso wenig übrigens mag ich beispielsweise martialische Riesenformate von Männermalerschweinen ansehen, die ihre Wunden konsequent verleugnen und einem lediglich das Gemächt in’s Gesicht drücken. Und wenn sie schon besiegt sich zeigen, dann wenigstens gekämpft habend, die Wunden sind jedoch andere (und müssen selbstverständlich von jungen hübschen gebärfähigen Frauen mit mittelgroßen Brüsten gepflegt werden). Dieses ewige Alpha-Wackeln aus oft rohem Stahl, Monumentalität und dem natürlich stets stechenden Blick.

    Am schönsten finde ich daher immer wieder die Rückkehr zu kleinen Zeichen, die es allemal am besten vermögen, die Verhältnisse der Welten, so nuancenreich sie eben sind, in’s Bildwerk zu bannen. / Ein weites Feld, Frau Phyllis, was Sie da anreißen. Da könnte man natürlich stundenlang drüber reden, klar! Und wir sind ja alle das, was wir wollen, das erleichtert final. Ihre Serie „Einmal geübt, schon gekonnt!“ übrigens, die mag ich sehr, gerade auch wegen der persönlichen (und damit auch geschlechtlichen) Einbindung Ihrer selbst mitsamt Klischee, die mir das richtige Maß an Koketterie und dem Gegenteil davon, nämlich Entblößung und ‚Verwundbarkeit‘ zeigt. Gehoben in Künstlichkeit, aber eben spürbar echt. Wunderbar!

    Man muss die Wunden und das Glück zeigen, es kommt nur darauf an, wie. Egal ob Typ oder Tusse. Wie beim Reifenwechsel. Und jetzt geh‘ ich schlafen. 😉

    • Zeige deine Wunde, aber verbinde das Messer. Jupp hat voll viel Frauenkunst gemacht. Und Eva Hesse sooo toll gezeichnet. Gibts ja heute gar nicht mehr, dass man mal auf Textilfabrikantskosten in einer Textilfabrik arbeiten kann, ohne Textilfabriksabeiter sein zu müssen. Das wär’s.

    • @schneck08 Kunst muss auch immer Wissenschaft sein? Vielleicht. Wobei diese Übersetzungen, von denen Sie sprechen, ja so oft durchdekliniert werden, dass man sie – zumindest als gewiefter Kunstrezipient – innerhalb von Minuten begreift, einordnet und abhakt. Da lob’ ich mir doch einen anständigen Schock. Oder eine Minute wirklichen peinlich berührt Seins…
      Selbstironie dient dem Selbstschutz, womöglich dem Betrachter, aber nicht dem Kunstwerk. Finde ich. Ist aber trotzdem interessant. Menschen, die ihre Grenzen nicht schützen können, sind nämlich todlangweilig und vorhersehbar, und das gilt auch für Künstler. Eigentlich möchte man sie immerzu schlagen. Ich finde übrigens auch Leute, die immer “die Wahrheit” sagen, zum kotzen. Ich mag fiktives. Früher hab’ ich öffentlich aus meinen Tagebüchern gelesen. Das waren erfolgreiche, ziemlich spektakuläre Lesungen, weil die Texte wirklich radikal intim waren. In anderer Hinsicht waren sie aber absolut unfair dem Publikum gegenüber: Wer hätte sich an kleinlicher Textkritik aufhängen dürfen, da ich doch so vorbildhaft authentisch war?
      Ich hab das beendet. Ich wollte keine Identifikationsfigur sein.

      Frauenkunst und Männermalschweine!
      Merci.
      (Besonders fürs “Gemächt ins Gesicht.”)
      Beides hat sich überlebt, auch wenn’s immer noch weiter produziert wird.
      Während meines Studiums gab es die männlichen Kollegen. Die sagten mit Vorliebe: “Wenn Du dies oder jenes jetzt nicht tust, ist der Zug abgefahren.”
      Und die angehenden Künstlerinnen erwiderten: “Ich bin noch nicht soweit, ich muss da noch dran arbeiten.”
      Das sagt ja wohl schon alles.
      Daher auch die Rubrik Einmal geübt, schon gekonnt, die Ihnen so gut gefällt. Mir auch. Wenn ich irgendwas an mir mag heutzutage, dann zuallererst meine wachsende Unverfrorenheit. Und die kommt den Wunden und dem Glück gleichermaßen zugute – so sehr mich das manchmal noch verwundert.
      Lacht.

  4. Ich finde es sehr nachdenkenswert. Dieses Zitat. Die ganze Diskussion darum. Und natürlich geht es darum etwas zu zeigen und erst recht darum wie man es zeigen kann. Nur müssen ist so ein Wort was ich nicht recht mag. Notwendig gefällt mir viel besser. Aus vielen guten Gründen.
    Und ich gestehe, ich habe große Schwierigkeiten mit diesem Wort „Wunde“. Aber ich frage mich gerne, warum. Vielleicht weil man irgendwann die Wunden nicht mehr erkennen kann, unter den zu schnell gewachsenen Narben? Vielleicht weil es so ein großes Wort ist und so pathetisch und offen gleichzeitig? Soll man die Wunden offen halten, oder nur die Angst aushalten, dass sobald eine Wunde verheilt ist, eine neue Verletzung passieren kann?
    Aber wahrscheinlich ist genau das Kunst, sich verletzbar zu machen.

    • herr herbst – welcher volltrottel will denn traumata gegen sie ausnutzen können ?
      manchmal habe ich echt den eindruck, sie benutzen da kindheitserlebnisse bloss um sich nicht verändern zu müssen geistig.
      imgrunde mauern sie doch nur herrschaftsdenken, obwohl sie sich wie heute als jemand jenseits von herr und knecht sehen wollen, was für mich aber nur kollektivismus pur bedeuten kann.
      was sonst ?
      almödi pur ?

    • Herr Lobster, welch Vergnügen, Sie hier vorzufinden – Ihre Kommentare in die Dschungel haben mir schon so manches Grinsen entlockt. Wenn ich dennoch einen Wunsch äußern dürfte? Dass Sie sich, wenn Sie hier schreiben, auch auf Dinge beziehen, von denen h i e r die Rede ist? Tainted Talents sind kein Dschungel-Außencamp, und Herbsts Traumata interessieren mich nur als Literatur.
      Verstehen Sie mich nicht falsch: Mich interessiert, was S i e denken, zu Dingen, die mir und den Schreibenden h i e r wichtig sind, und weniger, was Sie in Bezug auf ANH denken. Manchmal ist mir diese Twoday Welt wirklich ein bisschen zu schrebergartenkoloniemäßig…
      Nix für ungut.
      Nee, ignorieren Sie den letzten Satz. Der ist auch schrebergartenmäßig.

    • keine bange.
      ich mag ja ihre so flüchtig hingeworfenen zeichnungen aka leroy.
      sone spontane schnippischkeit.
      bei ernsten themen muss ich meist passen, naja und lustiges fällt mir doch eigentlich nur sporadisch ein, huuuh.
      muss mal selbst ein blog machen, sagt mir so mein gefühl, bevor ich wo kommentare setze, naja und zu schreibergerties hab ich auch nur rudimentär zugang, als nun wirklich oberausnahme grösstmöglicher sympathie insofern da noch was wenigstens gelegentlich dampft.
      alles beste
      eldermann

  5. Das wär’s im Sinne von das wär mal was. Nein, danke der Nachfrage, ganz gut gelaunt, ein wenig betrübt ob meiner eigenen Untätigkeit bei verstreichender Zeit. Und dass man das mit der Männerkunst und Frauenkunst eigentlich nicht mehr hören kann und von Fall zu Fall schauen sollte, wie Deleuze halt erläutert, dass man einfach dem Werden zur Geltung verhelfen muss, und wenn das nur rauchen dürfen im Taxi heißt. Ich fand die Vorstellung so unglaublich bezwingend, dass ein Anwalt der drauf klagte, im Taxi rauchen zu dürfen, gewann, weil man das Taxi mit einer Mietsache verglich für die Dauer der Fahrt, und bei sich daheim dürfe man ja auch rauchen und was weiß ich sonst noch alles tun. Später hingegen wurde das Taxi mit einem öffentlichen Raum verglichen, seitdem darf man nicht mehr in Taxis rauchen, bis vermutlich jemand drittes einen guten Vergleich findet, dann kann man nächstens in Taxis vielleicht auch malen.

    • @sowieso Ich geb’s ungern zu, aber ich kann’s auch manchmal nicht mehr hören. Außer, wenn ich selbst darauf komme, oder dazu inspiriert werde, wie in diesem Fall von den wunderbaren Beiträgen der Kommentierenden. Dann wird das Ganze plötzlich wieder verdammt aktuell für mich.
      Da geschlechtliches und allzu geschlechtliches tragender Teil meiner künstlerischen Arbeit ist, komme ich an solchen Fragestellungen eh schlecht vorbei. Wenn man das Ding nicht selbst zu kontextualisieren versucht, packen einen eh die Rezienten in ihre eigenen Schubladen, was weit nerviger noch wäre.

      Natürlich ist Ihre Taxi-Geschichte viel lustiger. Klug & lustig ist immer appetitanregender als klug und ernst.

    • Fruchtbarkeit So leid es mir tut (es tut mir aber gar nicht leid) – Männer sind natürlich nicht fruchtbar. Sie befruchten. Oder haben Sie schon mal einen schwangeren Mann gesehen?
      (Zusammenhänge mit Wunden und Verwundungen etc. sind ganz offensichtlich, brauche ich nicht drauf einzugehen.)

    • @melusineb. Also, rein vom Wortschatz her können sie’s sein, genauso wie unfruchtbar. Und ich vermute fast, es mag Männer geben, die so doll stolz sind auf das schwanger gemacht haben, dass sie davon fast selbst ein wenig schwanger werden. Aber das ist nur eine Vermutung, und eine leichtsinnige obendrein.

    • @MelusineB. „Sie befruchten“. Eben. Insofern kann Fruchtbarkeit nicht nur ein Frauenthema sein. Es kann allerdings ein Frauen- und Retortenthema sein, aber eben auch, und noch meistens, ist es ein Männer- u n d Frauenthema.

  6. Viel besser wäre es hingegen, Männer wären irre stolz auf ihr Frauen glücklich gemacht haben, und viel fruchtbarer wäre das auch, denn aussterben tun wohl noch vor uns die Javanashörner. Der Humor ist ein Notnagel, an dem sich alle Idiosynkrasien in Petersburger Hängung schön bekieken lassen. Bilder einer Ausstellung.

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