Ein Bild wandert

Erstaunlich, wie viele Leser heute von andererorts heranschlendern eines einzigen Links wegen.
So fühlt sich das also an, wenn man plötzlich Hunderte Gäste hat, anstatt der täglichen fünfzig.
Hm.
Interessant auch, wie mein »Frau im Schrank«-Foto in dem Blog, dessen Autor mich heute früh per Email bat, es verwenden zu dürfen, heftigere Reaktionen hervorruft als hier: allein, weil es dort in völlig anderem Kontext steht. Ich hatte des Experiments willen eingewilligt, ich kenne den betreffenden Blog seit langem, mir war auch klar, dass mein Bild für eine der dort üblichen Provokationen verwendet werden würde. Schien mir eine Gelegenheit mal – am eigenen Leibe sozusagen – den Effekt zu untersuchen, der eintritt, wenn man ein gleiches Bild unter gegensätzlichen Vorzeichen und mit unterschiedlichen Titeln präsentiert.
Die Versuchsanordnung ist gelungen; etwas mau ist mir trotzdem. Es gibt da einen Grat, auf dem man sich halten muss bei solchen Dingen. Auf dem ich sehr ungeübt bin, weil ich meistens alleine arbeite. Doch was rede ich … einmal geübt, schon gekonnt…

Aber vergleichen Sie einfach selbst:

11 Gedanken zu „Ein Bild wandert

  1. Das Bild ist in der Welt, es ist gut. Und es ist letztenendlich egal, wie andere das konnotieren, kommentieren oder gar finden. Es steht für sich. Und wenn es nicht zur Projektionsfläche geworden wäre, hätte man anderes hergenommen. LG tinius

    • @ Tinius Für mein künstlerisches Arbeiten ist fast gar nichts egal. Und wie sehr Resultate f ü r s i c h stehen können, darum geht es ja: Tun sie das? Wie sehr färbt das Setting auf die bildnerische Aussage ab? Wie viel Aufladung erfahrt ein Bild durch seinen Kontext, und jener umgekehrt durch ein Bild? Solche Fragen sind nicht irrelevant…

    • @Phyllis und Tinius. Es ist sogar nicht einmal ausgemacht, ob nicht >>>> die Fantasien Der Dschungel einer verborgenen, aber dem Bild inhärenten Wahrheit näher kommen, als es die freundlichen Mitteilungen hier sind. Wohlgemerkt: “nicht ausgemacht”; es kann auch tatsächlich anders herum sein. Es kann zudem etwas Drittes, Viertes, Fünftes sein, an das wir noch nicht dachten oder das hier wie da noch nicht formuliert worden ist.

      Wir werden es nicht sagen können, wir werden schwimmen und uns entscheiden müssen, wo wir ein Ufer vermuten.

    • Daß Ihre Überlegungen vorhanden sind und im künstlerischen Schaffensprozeß eine Rolle spielen, denke ich mir und ist eher vorauszusetzen, danach aber hat das Bild keine Wahl mehr als allein zu stehen, so Die nicht als Vergil Deiner Kunst ständig verfügbar sein möchten. Loslassen ist notwendig – damit aber ist das Bild eine Realität, die möglicherweise interpretiert wird, aber wie jede Realität interpretiert wird (oder interpretiert werden muß), und doch in einiger Hinsicht gegenständlich. (Bin ich eigentlich wirklich so “verkopft ? ) LG tinius

    • @tinius »als Vergil meiner Kunst ständig verfügbar« ? (Die Überlegungen?) Ich las eben nochmal zu Vergil nach, fand aber keinen Aufschluss. Warum gerade Vergil? Bitte um erhellende Worte, Verkopfter. xxx Phyllis

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