Glück sells more than sex these days

In meiner Welt hat Glück fast immer etwas mit Abschottung zu tun. Und Wiederholung. Und schreiben können. Ich mag Sachen, die immer wieder kommen, vertraute Gegenstände, ein bestimmtes Licht. Es gibt den geringelten Kaffeebecher aus der Pariser Zeit, den ich nur an Tagen verwende, an denen ich sicher sein kann, nicht gestört zu werden. Solche Tage sind rar. Dann nehme ich morgens zwei der kleinen rosafarbenen Dinger aus der Kristallschale neben meinem Bett und stecke sie mir in die Ohren; sie schirmen mich ab, verlängern den Zustand direkt nach dem Aufwachen, in dem mir noch Fragmente der Traumszenarien durchs Hirn gleiten, halb durchsichtige Quallen, faszinierend, schnell unsichtbar werdend.
Ich liebe es, nicht so tun zu müssen, als ob ich Gesellschaft nötig hätte, nur, weil dies der verabredete Daseinszustand ist, ich mag Distanz.
Vielleicht ist es auch anders herum; ich kann nicht anders, als mich immer wieder von Gemeinschaften zurückzuziehen – und hab’ den Unwillen, ein selbstverständliches Zusammenleben zu etablieren, zum Kult erhoben. Aus seinen Schwächen Stärken zu machen ist viel leichter, als ich früher dachte. Hat aber auch was glitschiges, das allzu gut zu können. Vielleicht wäre es interessanter, die eigenen Schwächen ebenso auszureiten wie die Stärken, sich einsaugen zu lassen, um zu sehen, wie man überlebt. Irgendwann käme man dorthin, wo Radikalität ihre Domäne hat. Nach der bin ich immer auf der Suche gewesen, ihr heißer Atem zieht mich an.

3 Gedanken zu „Glück sells more than sex these days

  1. I know exactly what you mean with that word LUCK. Do I realize how lucky I am to have days off when the masses are back at their desks and hithering about in their hectic frenzy when I have time to spend having a coffee in my favorite cafe, do I realize the luck I have to muse about provocation and the luxury to meander through the half empty streets of our fabled city. Yes I do realize how lucky I am, also on most days to drink tea from a mug spun by a good friend Lucy in a small pottery off the beaten track in an Oxfordshire village, the luck of not having to be social on a social level simply because I have the luck of being my own person, yes dearest Phil luck is a wonderful thing. Take some time to remember Kiplings words „IF“, which I have the luck of remembering since over a half century..

  2. Das Glück ist ja bekanntlich immer woanders.
    Sie scheinen zumindest eine gewisse Ahnung davon zu haben wo es sich aufhalten könnte.

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