Vier Wörter,

die mir heute ein leichtes Ziehen im Brustkorb verursachten:

Klarheit, die
Integrität, die
Gerechtigkeitssinn, der
Kühnheit der Visionen, die

Vier Attribute, die ein Autor namens Romain Leick im letzten SPIEGEL Simone de Beauvoir zusprach.
Ich las den Artikel so runter (ein ungewöhnlich saftiger, guter SPIEGEL war das übrigens letzte Woche, voller Dinge, über die ich gerne mehr wissen wollte, was durchaus nicht immer der Fall ist) – also ich las so den Artikel und dachte, wow.
Die Beauvoir. Stimmt. Diese Wörter passen zu ihr.
Und erinnerte mich daran, wie fasziniert ich war, als ich als junge Erwachsene zum ersten Mal in eines ihrer Bücher eintauchte: Ich glaube, es war ihr erstes, „Sie kam und blieb“ heißt es im Deutschen.

Sie hat es, glaube ich, aus Wut auf J.P. Sartre geschrieben.
Egal. Wut ist ein prima Motor. Das Buch ist übrigens beeindruckend und ein ganz guter Einstieg in ihr Werk.

Aber das wollte ich gar nicht erzählen. Nicht wirklich.
Ich wollte euch eigentlich nur diese vier Dinger hier hinschreiben, bevor der SPIEGEL ins Altpapier wandert:

Klarheit. Integrität. Gerechtigkeitssinn. Kühnheit der Visionen.

Wie zynisch muss man werden, um solche Worter nicht mehr toll zu finden?

2 Gedanken zu „Vier Wörter,

  1. Text Leerstellen und Leerzeichen. Ich kann die Zeichnung darin nicht erkennen. Also die Linien, also die Strukturen, also die Grauwerte. Ich bin zu alt zum Schreiben, ich brauche mir also keine Sorgen mehr zu machen. Also die Zeichnung, also die Linien, also die Strukturen und die Unterschiede. Das kann ich von einem Punkt zum nächsten entscheiden und mich daran erinnern, wenn ich nicht mehr weiter weiß. An den Punkten langsam entlang gleiten und dabei die Zeichnung aus sich selbst hervorlocken. Ich kann sie schon in meinen Brustwarzen spüren. Ich kann mich auf die vollkommene Umgestaltung des Materials verlassen. Was ich zurücklasse ist einfach und überschaubar. Einfach von Linien durchzogen und die vollkommene Abwesenheit von Gestaltung. Die Haut bleibt mir bestehen. Mit den Fingern ziehe ich Linien auf eine sandig-rauhe Oberfläche. Was schreib ich da vom Sand? Die Haut ist das rauhe Material, das sich nach Spuren sehnt. Oberfläche der Haut, Linien der Finger. Das werde ich so schnell nicht zur Deckung bringen.
    Mit diesem Anfang kann ich natürlich nicht viel anfangen. Ich werde mich auf meine Hinterbeine stellen müssen, den Kopf in den Nacken legen und den Spiegel am Himmel betrachten, bis mir die Augen tränen. Unbestimmter Raum; aus dieser Stimme fällt mir keine Zuneigung zu. Verschiedene Richtungen; die Tische und Stühle sind nicht für mich reserviert. Die Gegenstände, die sich mir in den Weg werfen, habe ich mir nicht ausgedacht. Bierflasche, Kugelschreiber, Notizbuch. Sie sagen mit etwas, aber ich verstehe die Erfindung nicht. Ich werde meine rasierten Achselhöhlen nicht mehr eincremen, aber es macht mir solchen Spaß diese rosige Haut zu berühren. Das ist natürlich Übertreibung. Ich weiß, daß sie es nicht sonderlich interessiert, aber was interessiert mich das.

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