Winterhimmel

„Die Flugweisen der befreiten Tiere waren ebenso charakteristisch wie ihre Silhouette. Ein dunkler Fleck huschte ziellos durch den Himmel, taumelte einer Straßenlaterne entgegen, unwiderstehlich angezogen von ihrem Licht: Eine Auenmotte. Dort stieg ein schwarzer Schatten in majestätischer Einfachheit den Sternen entgegen: Ein Raubvogel. Hier öffnete sich scheinbar eine vom Wind getragene Blüte, zog sich ruckartig zusammen und schoß auf einem Fürzchen tintig verfärbter Luft davon: Einer der kleinen Windpolypen.“

aus: China Mieville „Die Falter“

Anscheinend einer der neuen Sterne am Science-Fiction Himmel. Ich kanns noch nicht recht beurteilen: Hab gelitten beim Lesen, ob der schlechten Übersetzung. Böser Bastei Lübbe Verlag. Das nächste lese ich im Original.
Doch die Vorstellung, wie sich ein Windpolyp auf einem Fürzchen tintig verfärbter Luft davonmacht, ist irgendwie lustig, oder? Ich wünschte, einer segelte hier an meinem Fenster vorbei.
Guten Morgen.

7 Gedanken zu „Winterhimmel

    • @ semioticghosts Tatsache. Bastei Lübbe ist ..ähm… übel. Oft. Meistens. Eigentlich immer. Ich mag weder das Verlagsprogramm, noch die Übersetzungen, noch das Papier. Es saugt. Ein stark saugendes Papier verwenden die. Nur gut, um die bitteren Tränen aufzufangen, die einem ob der Schrottigkeit der Bücher von den Wangen rinnen.

  1. Science-Fiction Ob das wirklich nur Science-Fiction ist? Solchen Tierchen bin
    ich in der Sylvesternacht – bzw. am frühen Morgen – in Bornheim zu Hauf begegnet. Allerdings unter Einfluss schweren Rotweins. Meine Brille hatte ich auch nicht auf. Bin aber sicher es waren Bornheimer Windpolypen, die traditionell am Uhrtürmchen ein kleines Neujahrs Furzkonzert veranstalteten.

    Schönes WE

    • @ otto Eschte Bernemer solle die sein? Klingt erst emal rischtisch. Beweise könne mers aber net, weil mer se Nachts bissi schlescht sieht, die Polüppe. Weesche der Fab. Schwaz halt.

  2. Hier zum Vergleich… …die Originalstelle:
    The flight-styles of the liberated animals wre es distinct as their silhouetted forms. One dark shape flitted chaotically around the sky, sinking towards a streetlamp, unable to resist the light: a fell-moth. Another rose with majestic simplicity and arced into the night: some bird of prey. This one opend momentarily like a flower then suqeezed and jetted away with a squirt of discoloured air: one of the small wind-polyps.

    Und ein schönes 2008 wünsch ich!

    • @ molosovsky Tausend Dank für die Originalstelle! Auf den Autor bin ich überhaupt nur wegen Dir gekommen… Fühle mich aber, wie schon gesagt, noch nicht in der Lage, seine Qualitäten richtig einzuschätzen. Abgesehen von der ganz offensichtlichen Tatsache, dass er etwas richtig macht: Viele Bilder im Kopf. Was soll ich als nächstes lesen? Empfehlung?

      Und auch Dir ein schönes 2008!

  3. Kömmt ja uff de Stimmung an… …was ich empfehlen soll.
    Ich könnt aber eine Doublette mit Saki-Kurzgeschichten reichen, beim nächsten Kaffeehaustreffen. Saki geht immer und düngt das Herz ganz vorzüglich. Versprochen!

    Und im Februar erscheint »Bad Monkeys« von Matt Ruff auf Deutsch. Mehr darüber hier:
    http://molochronik.antville.org/stories/1678737/

    Wegen Miéville. Rann an »The Scar«, und zwar auf Englisch. Aber vielleicht besser erstmal etwas Zeit verstreichen lassen bis dahin.

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