Erstens: Die so genannte Wirklichkeit

Als ob es nicht unzählige davon gäbe: Andere Wirklichkeiten. In jeder Sekunde treffen Sie Entscheidungen, wählen eine Art des Handelns und verwerfen eine andere. Doch was geschieht dann mit der Wirklichkeit, in der Sie die andere Entscheidung getroffen hätte? Sie war doch bis eben, kurz vor der Entscheidung, noch ganz präsent. Genauso real. Es gibt subjektiv immer genau so viele Versionen von Wirklichkeit, wie Sie in der Lage sind, sich vorzustellen. Manche unterscheiden sich nur durch Nuancen von Handlung. Andere sind besser differenzierbar: Diejenigen, die durch radikale Entscheidung für oder gegen etwas entstehen. Solche Ja/Nein-Welten werden durch Imagination initiiert, ja und nein stehen sich in diesen Momenten symmetrisch gegenüber. Entscheiden Sie sich für ein Nein, bleibt die Welt, in der Sie Ja gesagt hätten, trotzdem existent, sie tritt nur in den Hintergrund des Bewusstseins.
Gleichberechtigt? Das nicht. Gäbe es keine Hierarchie der Wirklichkeiten, würden sich die abgelehnten nicht fein säuberlich hinter (hinter?) die angenommenen zurückziehen, sondern selbst bewusst daneben weiter existieren, wären Sie ihrer Handlungsfähigkeit beraubt. Wahrscheinlich auch ihrer geistigen Gesundheit.
Wenn es eines gibt, das wir intuitiv verstehen, sind es diese Hierarchien. Und wenn es eines gibt, das wir ständig versuchen, zu vermeiden, ist es die Vorstellung von Gleichzeitigkeit.
Sie scheint uns wohl zu riesig.

2 Gedanken zu „Erstens: Die so genannte Wirklichkeit

  1. Die Wirklichkeit und die Möglichkeit und das Universum Wirklichkeit entseht aus allem Wahrnehm- und Vorstellbaren.

    Ein geistiges Konstrukt, dass in den Grenzen individueller geistiger Kapazität erlernt, gespeichert, überprüft und verändert wird.

    Sie ist die Bedingung und gleichzeitig der Gegenstand des Denkens und Handelns.
    Sie kann – theoretisch – unendlich gross sein, dass ganze Universum und alle parallel Universen enthalten. Praktisch ist sie begrenzt vom Individuum das sie besitzt, den durch dessen Denken und Handeln wird sie geschaffen.

    Die Wirklichkeiten, die hätten sein können, würde ich zur Unterscheidung vergangene Möglichkeiten nennen. (Davon finden theoretisch auch unendlich viele in der Wirklichkeit Platz.)

    Wie viele vergangene Möglichkeiten wir in unserer Wirklichkeit haben wird von vielen praktischen und instinktiven Gründen bedingt, hängt aber schliesslich nur von unserem Denken und Handeln ab.

    Wahrscheinlich bin ich Pragmatiker…

    • programmatisch letztlich will man fast immer das sein was man gerade nicht ist.

      ….und Perlen vor die Säue zu werfen ist schon ausgesprochen unpragramtisch 🙂

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