Wenn nicht wir

Einen Stein, einen Ring

sagst du. Als Beweis.
Ich rufe etwas, doch
was beweist das schon, ein Stein, ein Ring

Später, längst ist alles wieder glatt,
haben wir zu viel gemeint.

Wenn nicht wir, wer dann, würde ich gefragt haben
wer von uns wirft den ersten
(Ich nur, solang ich ahnungslos oder sehr wissend bin)

Wir sinken, riefest du, halt dich fest.
Oh.
O

Dein Ring saß perfekt, als der Stein durch die Oberfläche schlug
nun ebbt er aus, einer nach dem anderen
ohne Grund

(Wenn nicht wir, wer dann)

14 Gedanken zu „Wenn nicht wir

  1. Flache Kiesel über die Oberfläche eines grauen Gewässers hüpfen lassen, da ergeben sich die Ringe ganz von selbst und die Steine taumeln ins Dunkle hinab, als wäre nichts geschehen – tja, das ist nicht lustig, aber das ist das Bild (unter Aussparung weiterer Bedeutungen), das entsteht und das gut paßt für die Zeit jetzt, zwischen den Jahren. Auf das Wir zu klicken kann ich mich nun aber nicht mehr entschließen, obwohl das Ganze eine gute Idee ist.

  2. Also ist’s doch ein Liebesgedicht, werte Nachbarin. So hatte ich es spontan interpretiert, ließ mich aber von Herrn Leisetöne überzeugen, dass das Gedicht als Allegorie auf unser ringförmiges Vernetzungsprojekt zu verstehen ist. Naja, die Offenheit für verschiedene Interpretationen ist ein Merkmal des Kunstwerks. 😉

    Beste Grüße

    • Werther Trithemius, meine Alter Egos und ich schreiben lieber über Liebe als über Netze!

      Schön, dass Sie dabeisind; ich geh’ gleich nochmal rüber zu Ihnen gucken. War heute tagsüber ziemlich beschäftigt: musste einem Freund helfen, seine riesigen, wirklich überaus RIESIGEN Ölbilder in einem 7,5 Tonner von Atelier A nach Atelier B zu bugsieren. Da braucht’s abends keine Hantelstange mehr.

      Beste Grüße zurück!

    • Ein Liebesgedicht, das hatte ich nicht im Blick. Aber ich habe so wenig im Blick manchmal, dass es mich schon wundert. Vielen Dank für das spontane Ja, für die Geduld und für die Zeit, die ich einfach so eingefordert habe zwischen den Feiertagen, und sei es nur für das Lesen von Mails gewesen.

    • “meine Alter Egos und ich schreiben lieber über Liebe als über Netze!” Wobei das eine das andere nicht ausschließt, weil’s auch in der Liebe um Bindungen und manchmal um Verstrickungen geht. Wir lassen uns auch gerne umgarnen und manchmal verfangen wir uns im Netzwerk der Liebe, was freilich ein bisschen kitschig klingt.
      Ich hoffe jedenfalls, ihr tatkräftiger Einsatz für die große Kunst hat Ihnen keinen Muskelkater beschert, liebe Phyllis.

    • Lieber Trithemius, ob ich schon jemals mal große Kunst geschaffen habe, weiß ich nicht, aber große Liebe, die kenne ich. Und vielleicht (ich sag’s ganz leise) ist das auch wichtiger.

      Auf die Verstrickungen!

  3. auf Erkundungsgang Hergeschickt von Videbitis, habe ich mich hier sehr gerne umgeschaut und werde sehr gerne wiederkommen! Viele nette Jahresabschlußgrüße aus der Eifel!

  4. ich schweige genug  
     
    wenn neun ineinandergreifen
    kosmische augen beringt werden
    und endlich hände
    menschliche technik auf grundlagen heben
    grundlagen die den geschlechterkampf
    als frieden denken
     
    das was dem einen vergangenheit
    ist dem anderen nicht einmal wahrheit
    so wird das froschprinzip
    nicht das forscherprinzip
    vom moulinettenwitz überschattet
     
    fortschritt von grün zu rot
    eine rote zukunft
    hinter technischer iris
    auf klarifaribassis angezettelt
    die nette banane im munde geführt
    oder mit domianischer psychobetankung
    den bausatz mensch
    demensch
     
    funke knall
    geh weg sicherung
    asche
    über

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