38 Gedanken zu „Madame TT’s privater Wahl-O-Mat, 1

  1. Mal was Anderes! Sie leben doch in Frankfurt und beobachten das Leben dort – da müssen doch jetzt nach dem Vorbild von Nord-Korea Millionen auf der Straße sein und herzzerreißend heulen und jammern, jetzt wo Marcel Reich-Ranicki gestorben ist. Berichten Sie doch mal auf TT exklusiv für Ihre Leser.
    (Wie ich auf die Heulerei komme?: http://nwschlinkert.de/2013/09/19/marcel-reich-ranicki-ist-tot-popkulturruehrseligkeitskitsch-folgt/ )

    • “Schlagzeilen sind wie Regenwürmer, die begatten sich selbst” schreiben Sie drüben bei sich.

      Und ich, als ich gestern von MRR’s Tod erfuhr, dachte nur, hoffentlich findet er seine Tosia auf der anderen Seite. Ich wünsche ihm jedenfalls eine andere Seite.

    • Schirrmachers Nachruf habe ich gelesen. Würdigeres und Einfühlsameres ist mir (aber was bedeutet das schon) in der deutschsprachigen Medienlandschaft noch niemals begegnet.

      Mich über Bestandteile des gemeinen Volkes zu empören, finde ich täglich, wie auch eben erst wieder, Gelegenheit – zum Beispiel unter lebensgefährlichen Umständen auf den Radfahrerüberfahrten ampelgeregelter Kreuzungen. Wenn man den Beinahetotschläger mit entsprechendem Nachdruck auf das F’ehlverhalten hinweist, beginnen die Insassen zu lachen. Und dahinter wartet unbeteiligt ein Polizeistreifenwagen.

      Im Kontrast dazu empfinde ich die Leserkommentare unter Schirrmachers Nachruf als nicht weiter beachtenswerte Harmlosigkeit. Ist doch allemal besser, die Leutchen sind durch positive Affekte getrieben, als durch negative, würde ich sagen, wenn man mich fragen würde. Tut aber keiner. Insofern will ich auch nichts gesagt haben.

    • Es gibt Schlimmeres als Rührseligkeit und Kitsch, allerdings denke ich, wer sich so mitnehmen läßt in ein allgemeines Anbetungsverhalten, der ist auch für andere Arten von Manipulation anfällig. Ist nur so ein Gefühl, aber ich trau solchen Leuten absolut nicht über den Weg.

      Den Nachruf lese ich morgen noch mal gründlich, wenn ich mal ausgeschlafen sein sollte.

    • Ich als Radfahrer gebe da Kombina absolut recht. PS-fremdgesteuerte Autofahrer bedrohen mein Leben, im Unterschied zu Gefühlsduselnden FAZ-Leser, ganz real. Reflexhaftes Zurückschrecken vor der Masse alleine feit demgegenüber auch nicht vor Manipulationsanfälligkeit.

    • Damit, Herr Schlinkert, komme ich nun zurück auf den Wahl-O-Maten in Verbindung mit Ihrer gestern artikulierten Forderung nach einem fairen Wahlrecht. Ich nenne mich Befürworter wirklicher direkter Demokratie. Wie wäre es, so treibe ich Ihre berechtigte Forderung weiter, müssten wir uns vor jeder Wahl um das aktive Wahlrecht bewerben – wo Bewerbungen in allen Lebensbereichen heutzutage ja nichts Ungewöhnliches mehr darstellen – und in der Wahlzelle vor der Stimmabgabe einen Wissenstest zur gesellschaftlichen Lage und den anstehenden Sachfragen erfolgreich absolvieren? (ist natürlich ironisch gemeint)

    • Gefühlsduselig Pathetisch
      Sentimental
      Rührselig
      Weichgespült
      Schmalzig
      Kitschig

      Keine dieser Vokabeln passt zu dem Gefühl, einem Menschen hinterher zu schauen, der sich verabschiedet hat.

    • @DerDilettant: Man kann doch die eine Gefahr nicht gegen die andere aufrechnen! Ich bin auch Radfahrer und bin somit auch in dauernder Gefahr wegen dieser scheiß Masse von Autofahrern! Und was das Reflexartige angeht: so sehr man dies im Straßenverkehr benötigt, so wenig wende ich Reflexe an, wenn es um Gefahrenabwehr im Gesellschaftlichen geht – und da sind die Doofen eben als Masse gefährlich, weil sie wenig begreifen und manipulierbar sind. Es könnte sich sogar um die selbe Masse handeln!

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