Eitelkeit, Meisterklasse

Und ansonsten fröne ich der meinigen: wenn sie mich denn überkommt. Und applaudiere auch gerne jenen, die Lust und Freude an sich und ihren Manifestationen haben. Klappern gehört, Himmelnochmal, zum Handwerk!

Lächelnd grüßend,

Ihre
Maulheldin

14 Gedanken zu „Eitelkeit, Meisterklasse

  1. Man kann sich sein Publikum züchten? Ich dachte immer, der Autor züchtige seine Leser, auf daß sie ihm folgen in jedwedes Abenteuer. Mmh.

    Und was die Eitelkeit angeht, so ist das doch eigentlich kein Thema, denn ein Mensch ohne Eitelkeit ist wohl kaum denkbar, es sei denn, er zeigte sich nichtmal sich selbst.

  2. Man kann dies ja tun, ein eitles Publikum zumindest zulassen (allerdings bloß nicht zuechten!), dann jedoch sollte, (hier antworte ich Ihnen selbst als einigermaßen eitler Autoren-Pfau) hin und wieder eine Text-Hyäne auf die eitle Leserschar entlassen werden, dass also diese Text-Hyäne das ein oder andere eitle Federvieh reißt…

    Oder man stellt sich dem Leservolk in kämpferisch-einladender Geste und völlig überfordertem Tanga entgegen und hält es derart auf zögerlich-faszinierten Abstand…

    Wichtig aber immer: die Bewegung GEGEN den Leser.

    • @Paul Duroy “Die Bewegung GEGEN den Leser” würde ja bedeuten, dass man bereits während des Schreibens das Gegenüber mit-dächte (?)
      So sehr ich “mein” Leser:innenvolk auch schätze – ich versuche es auszublenden, wenn ich am Arbeiten bin.

      Sehr schön übrigens der völlig überforderte Tanga!
      D a s wär’ mal ein Ausstellungstitel ; )

    • Irgendwo auf meinem Blog gabs dochmal die Diskussion um das ausgestellte Schreiben, ich glaube hier:

      http://raumgewinner.blog.de/2011/11/14/verdammt-schreibst-ehrlich-ausgestelltes-schreiben-beilaeufig-eingefuegter-kleiner-trollkunde-12162582/

      Mir gelingt es nicht mehr, (nicht beim ausgestellten Schreiben), den Leser auszublenden. Neuerdings ziehe ich mitunter aus gegen den Leser gewendeten Textmanövern höchste Energie. Glücklich, wenn Sie die Leser ausblenden können! Oder taeuscht die Selbstauskunft und Sie versuchen es, aber schaffen es nicht völlig, weil das gefiederte Publikum, das zumindest in obiger Darstellung an turtelnde (Brief-?)-Täuberiche erinnert, doch wieder angeflogen kommt?!

      Den Titel ”Der überforderte Tanga” stelle ich Ihnen gern zur Verfuegung;)!

    • Lieber Paul Duroy, eben las ich Ihren Text noch einmal, auch das darunter folgende Schriftgespräch mit >>> Trithemius. Sie stellen wirklich hohe Ansprüche an Ihre Leser:innen. Steht Ihnen selbstverständlich zu, angesichts der Qualität Ihrer Texte.
      Beim Lesen kam mir das Bild eines Gastronomen in den Sinn, der eine neue Bar aufmacht, irgendwo in der Stadt. Für die er sich natürlich das “beste” Publikum wünscht. Also versucht er, seinen Ort von Außen und Innen so auszugestalten, dass er bestimmte Leute anzieht und andere abstößt. Er will ein “gehobenes” Publikum. Klar. Er will an der Bar stehen, in die Runde blicken und lauter gut angezogene Menschen sehen, die sich angeregt und kultiviert unterhalten. Wenn sich darunter noch ein Prozentsatz schillernder Persönlichkeiten befindet, umso besser.
      Sie fragen sich, wo der Zusammenhang ist?
      Sie erwähnten, dass Ihnen die Bewegung g e g e n den Leser, die Leserin wichtig ist beim Schreiben. Ich verstehe das so, dass Ihre Texte auch als eine Art Filter wirken, die die Spreu vom Weizen der Leserschaft trennen, so dass schließlich die Guten und Eloquenten übrig bleiben. Jene, die Ihnen die Kommentare, gelegentlich, liefern, auf die Sie Wert legen. Weil sie Wert h a b e n. Hab’ ich das richtig verstanden?

      Ihr Weblog “Raumgewinner” bringt diesen Anspruch für meine Begriffe deutlich zum Ausdruck. Es ist gestalterisch wirklich sehr schön gemacht und Ihre Texte/Überlegungen erscheinen darin in einem guten Licht. Dass ich oft bei Ihnen lese, aber nicht kommentiere, liegt nicht an mangelnder Dialogbereitschaft. Auch nicht daran, dass mir nichts dazu einfiele. Sondern an der formalen Strenge und Ästhetik Ihrer “Innenraumgestaltung”. Die hemmt mich. Die verbietet mir – so empfinde ich es – spontane, nicht ausgereifte Reaktionen. Oder, um bei dem Bild der neuen Bar zu bleiben, im Jogginganzug trau’ ich mich bei Ihnen nicht rein ; )

      Noch eine Bemerkung zum “ausgestellten Schreiben”: Natürlich haben Sie recht – auch ich kann meine Leser:innen nicht immer ausblenden. Das scheint mir auch fast unmöglich. Aber TT ist eine Einladung an alle. Ich mag das Impulsive, ich lasse mich ebenso durch Gesten, Randbemerkungen und Albernheiten meiner Gäste und Freunde anregen wie durch ausgewogene und klug durchdachte Reaktionen auf meine Beiträge. Und weil das so ist, erlaube ich mir auch selbst oft Qualitätsschwankungen und Fragmentarisches. Genieße die Freiheit, die darin liegt. Die Schnelligkeit. Auch die Unmittelbarkeit. Sehen Sie, an diesem meinem Kommentar an Sie schreibe ich jetzt schon eine gute halbe Stunde – ich bin nicht sehr schnell. Wollte ich Ihnen und unserem Thema gerecht werden, müsste ich dieser halben Stunde noch eine ganze hinzufügen. Um den Ansprüchen zu genügen, die Sie bei sich formuliert haben.
      Dazu habe ich oft nicht die Zeit. Oder Konzentration. Und stelle fest, auch den Kommentator:innen von TT geht es so. Häufig schreiben sie nur ein paar Sätze, um zu zeigen, dass sie da sind. Ich liebe das. Ich brauche das ebenso wie die mitunter sehr ernsten Diskussionen, die hier stattfinden. Das Netz ist kein Buch. Es entwickelt – wiederum nur meine Ansicht – seine Qualität nicht darin, das intellektuelle Niveau konstant zu halten, wie man es beispielsweise beim Schreiben von Romanen versucht.
      Das Netz ist Schnaps für’s Gehirn! Schnell runtergekippt, schnelle Wirkung zeitigend. Oft geht man dann mit diesem inspirierenden Kick wieder fort und macht etwas eigenes, anstatt dem Zulieferer die Ehre eines Kommentars zu erweisen. Das ist manchmal schade, aber was soll’s.

      Dies nur einige Morgengedanken, lieber Paul Duroy.
      Prost! ; )

      Danke für den Ausstellungstitel!

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