Durchhalteparolen… Donnerstag, 31. März 2011

… schlagen bei mir grundsätzlich den falschen Ton gut an!

21:50
Bin nicht gut drauf. Aber die SuS (Schülerinnen und Schüler) sind begeistert von meinem workshop, mailt die Deutschlehrerin eben. Uff. In diesen von schlechten Nachrichten belasteten Tagen verlasse ich morgens das Haus wie ein Gespenst. Dann geh’ ich zu denen rein, schalte alle Systeme auf Buzz, schau’ in die Gesichter, (“mir ist langweilig” mault die kleine Türkin, bevor es überhaupt losgeht), ich hole mein Lachen zu mir, meine Worte, “wir machen jetzt erstmal Gehirnjogging”, ruf’ ich und steig’ behende auf den Stuhl (“Coole sneakers!”) beginne meinen Kurs, das überträgt sich wie ein Blitzvirus und schon zwanzig Minuten später ist die Truppe am Schreiben, mucksmäuschenstill sind die plötzlich, die Lehrerin sieht zu mir rüber, schüttelt erstaunt den Kopf, die sind ja richtig dabei, flüstert sie.
Ich kann verdammt gut arbeiten, wenn ich schlecht drauf bin. Das ist ein irres Gefühl.
“Sagt ihr auch immer ‘stabil’, wenn alles gut läuft?” frage ich in einer Pause.
“Nee”, erwidert ein Mädchen aus Eritrea, “das benutzen nur die Jungs. Wir sagen Jackpot.”

11 Gedanken zu „Durchhalteparolen… Donnerstag, 31. März 2011

  1. Bei wem nicht? Gambaro!
    Das rufen sich die tapferen Arbeiter im AKW Fukushima allabendlich zu, bevor sie unter ihren Bleidecken einschlafen.

  2. Durchhalte-Jackpot oha, dann hab ich soeben unter den geschilderten Umständen eine wahre und stabile Jackpot-Probe gehabt. Weitermachen, Frau Phyling!

  3. Nicht gut drauf Die Tennisspielerin Martina Navratilova sagte vor vielen Jahren in einem Interview, dass man erst dann eine wirklich grosse Sportlerin sei, wenn man gewinnt, obwohl man schlecht gespielt hat. Passt zwar nicht eins zu eins zu Ihrer Workshop-Schilderung von gestern, geht aber in die gleiche Richtung.

    • @Connors Irgendwie finde ich “Einmal geübt, schon gekonnt” inspirierender als “schlecht spielen und trotzdem gewinnen”, obwohl das natürlich auch was hat.
      ; )

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