Hating swans. Donnerstag, 3. Februar 2011

TT 1994.

(The long road to perfection, I)

10:32
“Nicht zu fassen, dass Du das bist” sagte eben ein Freund am Telefon. “Aber die Bilder sind gut.”
“Ich finde auch die Frau gut” sage ich.
“Echt???”

Ja. Definitiv. Genau in diesem noch nicht definiert sein.

12:48
Ein anderer Freund vorhin: “Eure Diskussion zu Black Swan geht am Film vorbei.”
“Warum?”
Er erklärt es mir.
“Und warum kannst Du das nicht schreiben auf TT? Du schreibst nie auf TT! Dieses Perfektionsding ist ein wichtiges Thema; ich bin damit noch nicht fertig und viele andere, glaub ich, auch nicht.”
“Dann zeig’ mir mal, wie man das macht, Kommentar schreiben.”
“So!”
“Ist ja easy.”
“Allerdings.”

35 Gedanken zu „Hating swans. Donnerstag, 3. Februar 2011

  1. Sie der da unten guckt SIE an, da mussen Sie aufpassen…wenn dass Sie sind, veehrteste wenn nicht, müssen SiE der frau bescheid sagen, dass der da unten die frau ansieht und dass sein blick nichts gutes verheißt

    • Ich auch. Allerdings nur zum Studium der Konkurrenz.
      Nee, wir von der Hochschule für Gestaltung malten damals in der Heyne-Fabrik, und das oben war auch kein Rundgang. Obwohl ich auch bei Rundgängen gerne Wanzenshirt trug.

    • Ich kann mit Komplimenten nicht umgehen, ich gehe davon aus, dass man mich hasst und schasst und all sowas und das auch noch zu recht und wenn ich jetzt sag, dass es mich trotzdem freut, weiß ich wer da schon wieder unken wird, wegen meiner Gefallsucht, darum bin ich so ein schwieriger Charakter und Diener tausender imaginärer Herren und Damen. Ein Elend ist das.

    • @Sowieso. “dass man mich hasst und schasst und all sowas” – das kenne ich gut, und zwar aus Erfahrung. Also ging ich dazu über, den Leuten einen Grund zu geben, den ich dann auch verstehen kann; aber es ist dann meiner; die Leute haben ihre Gründe von mir. Seither kann ich mit Lob recht gut umgehen: es ist dann immer eines “trotzdem”.

    • Ist das nicht einfach nur eine Abwandlung von “Ist der Ruf erst ruiniert, lebt’s sich gänzlich ungeniert”!? Hört sich jedenfalls gut an, die Taktik – ach, und eh’ ich’s vergesse: ich bin auch nicht so nett, wie ich aussehe!

    • Geht klar, aber wir brauchen noch einen für die Kasse für den Bitte nicht loben, auch wenn wirs noch so gerne hätten, aber wir lassen uns von unserer Gefallsucht nicht verarschen Verein.
      Iss natürlich total cränk, erst ums Hingucken betteln, und, weil man es erbettelt hat, mag mans dann gleich schon nicht mehr, wenns wem gefällt, und, ich kenne da noch ein paar Kandidaten, die beherrschen das noch viel besser als ich, ich prob ja meist noch, den Schwarzen Gürtel trägt natürlich wer anderes, selbstredend, äh, -verachtend, ich meine, mal ehrlich, können Therapeuten da wirklich helfen, so viel fehlgeleiteter Narzissmus, ich glaub, da tuts nur Ablenkung, FAZ-Abo oder so, oder Hund, oder? Andererseits, Normalneurotiker wie mich, wenn hauen die noch vom Hocker, mal ehrlich, gibt bessere.
      Aber das Scheinchen heizt sich ordentlich uff unterm Scheffel, tänks!

    • Aber wir sind auch ungerecht, wir kennen auch aus Erfahrung was anderes, Güte, Liebe, Menschen, die uns beistehen, gar nicht mal so wenige, darum sind wir eben auch ganz schön selbstverliebte Charakter bei alle dem und das kann auch ganz schön nerven, uns, die anderen, und verdammt noch Mal, man muss uns ja auch immer beweisen, dass wir gemeint sind, am besten nur wir, keine anderen Spötter neben uns, und ausserdem, ja, erleben wir auch mal große Scheiße, das kommt noch dazu. Stimmt schon irgendwie mit dem ‘trotzdem’, neulich schrieb ich mal, ich hätt echt über die Stränge schlagen sollen, lieber selber zu Boden gehen, Drogen, Extremsport, was weiß ich, als immer wieder niedergestreckt werden.
      Und, tja, warum les ich wohl in den Dschungeln und hier, wenn es nicht bei aller Distanzfuchtelei, die ich dann gleich darauf wieder werde anzetteln müssen, auch gewisse ähnliche Dispositionen gäbe. Ich frag mich dann immer, wie könnte man sich eigentlich helfen. Wenn man denn bei einem Oberarzt vorstellig wird, bei dem man dann ganz Ähnliches wirken sieht, jede Frage, jede eigene Angst, empfindet er als Angriff auf seine Kompetenz, er versteht sich als guter Arzt, der er sicher ist, aber ich bin hilflos und denke, tröste mich, bau mich auf, ich bin hier, nicht nur, weil ich hoffe das reine Handwerk wird beherrscht, ich will keine falschen Versprechungen, aber irgendwas, was mir sagt, du bist gut aufgehoben, und dann liegt man da und belauert sich, und man will ja gar nicht diesen Kompetenzzweifel säen, darum gings ja gar nicht, darum ist es nie gegangen. Es ist manchmal alles fürchterlich anstrengend, wenn man die eigenen und die Flöhe der anderen husten hört, aber, wenn man sie nicht hört, ist es auch nicht so wirklich besser.

    • Ich finde, Sie sehen heute viel besser aus, Teuere. Nicht mehr wie damals, als Sie einen Buckel machten, damit die Welt was zum Runterrutschen hatte.
      Enchanté!

    • Ich glaube, mit Verlaub, Ralf, dass ich verstehe, was Sie meinen.
      Allerdings sehe ich die geballte Energie, welche diese Frau in die Welt gebracht hat.
      Dafür zolle ich ihr Respekt.

    • Ich weiß inzwischen eben einiges, von dem mir damals noch nicht das geringste schwante ; )

      (Dieses Öffnen der Fotokartons heute war …. hm … ich glaube, ich wollte rauskriegen, wann ich anfing, mich der Frau anzunähern, die ich heute bin. Zum Zeitpunkt dieses Bildes jedenfalls noch nicht. Irgendwie beschäftigt mich dieses Metamorphosenthema des Films weiterhin.)

    • @sowieso Wie man sich helfen könnte? Wir sollten unbedingt ein paar Ameisenbärengedichte schreiben, für den Anfang. Meine wären naturgemäß schlechter als Ihre, aber das würde mich nicht aufhalten wollen können.

  2. das ist so ein foto, da haben früher bestimmt einige (gute freunde, wer auch immer gute freunde sein mag, ich meine jetzt jedenfalls die echten) gesagt, mensch, du siehst deinem vater da plötzlich so verdammt ähnlich!, oder sie haben gesagt, mensch, du siehst da plötzlich deiner mutter ja so verdammt ähnlich!, haben wir ja NIE so wahrgenommen bisher!! /und wirklich: das ist ein wirklich sehr klares bild, sowas gibt’s nicht so oft.

    (…keine ahnung natürlich, ob die das wirklich mal dazu gesagt haben. ob das stimmt. aber so eine art bild ist das, mag’ ich.)

    • @schneck08 & Elke66 Spannend ist, hin- und wieder ein älteres Bild in die Hand zu nehmen, auf dem man sich selbst ähnlich ist. Gerade für jemanden wie mich, die ich mich so viel damit beschäftige, wie ein Körper spricht.
      Heute tu ich das bewusst, ich verwende, inszeniere den Körper, rücke ihn ins – für meine Wahrnehmung – beste Licht. Zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Bildes war viel Kraft da, aber noch nicht viel Form. Ich war Malerin. Ich suchte nach Licht, aber nicht nach dem besten. Ich denke momentan darüber nach, was das für mich heute bedeutet.

  3. Das sollte man den Jüngeren (sicherheitshalber) aber erklären. Die Zeiten vor Heute waren nämlich anders. Das Foto ‘TT 1994’ zeigt jedenfalls und beispielsweise eine typische Weibsperson der Zeit, die sicher nicht spielen will, notfalls aber beißt. Fehlt nur noch die ängstliche und allem Machotum entsagende Mannsperson – stand die vielleicht hinter dem Photoapparat?

    • @Norbert W. Schlinkert Soweit ich mich erinnere, stand hinter der Kamera meine Freundin P., ebenfalls Malerin, ebenfalls äußerst wehrhaft. Aber die Mannsbilder in unserem Kreis waren auch nicht gerade scheu. Geschweige denn entsagend : )

    • @Schlinkert Aber höchstens in seltsamen Parallelwelten zu meiner seltsamen Parallelwelt, die möglicherweise gewisse Parallelen zu der der hiesigen Tagebuchbesitzerin besaß. 😉 Aber vielleicht hatte ich seinerzeit auch schlichtweg die falschen erotomanisch-transgressiven Rollenmodelle 🙂 Angst? Ach was, nix da – Intensivierung: «Keine Schönheit ohne Gefahr.» Letzeres unterschriebe ich übrigens auch heute noch – ganz ironiefrei mit Herzblut und nichtsdestotrotz erheblicher Leichtigkeit. Heda, tanzen! Und – ha! – vergessen Sie mir die Axt dabei nicht. Jene, die besagte «typische Weibsperson» unter Umständen hinter ihrem gestählten Rücken birgt 😉

    • Strange Days Die Ängstlichen, die Kleinen, die sich noch kleiner machten, weil sie die manchmal derb auftretenden Weibspersonen nicht ertragen konnten – die gab’s damals in bestimmten Kreisen zu Hauf. Die hab ich selbst gesehen und erlebt, die scheuten jede Auseinandersetzung und hielten sich im Schatten der Macht. Nachfahren der kurzlebigen Popper, nicht satisfaktionsfähig, verschüchtert. Üble Zeiten damals, obwohl, andererseits: ich hab mich köstlich amüsiert, strenggenommen.

    • @Schlinkert & Brossmann Der Punkt ist, was stellt man damit an. Lässt sich Energie ableiten, oder bleibt man im Bewerten dessen, was man zu einem bestimmten Zeitpunkt an sich selbst als identitätsbildendes Grundgefühl wahrnimmt, hängen.
      Egal ob erotomanisch-transgressiv oder verschüchtert: die Frage ist, ob sich damit arbeiten lässt. Künstlerisch, meine ich. Ich kannte damals auch einige, die gerade aus ihrer fehlenden Satisfaktionsfähigkeit interessante künstlerische Schlussfolgerungen ableiteten, und andere, die so forsch waren, dass sich ihre Energie im Kampf mit den “Weibspersonen” erschöpfte ; )

      (Ich komme später wieder. Offline ruft)

    • @ff Ja, das ist die Frage, Sein oder Nichtsein. Künstlerisch, meine ich. An sich kann man natürlich aus jeder Haltung zum Leben künstlerisch Profit ziehen, doch dann muß man unter Umständen sein Leben lang den selben Schlager singen, weil alle schunkeln wollen. Ich denke, hier und da seinem Grundgefühl mal das Wasser abzugraben, ist wichtig, sonst bleibt man stecken. In sich selbst.

    • erotomanisch – transgressive Rollenmodelle. Meine Güte – was man an so einem gewöhnlichen Samstag alles lernen kann …
      Man stelle sich nur einmal vor, man lebte dieses Modell, also im echten Leben jetzt, bei Lidl vielleicht oder im örtlichen Drogeriediscounter, in der Straßenbahn, im Freibad, in der Bibliothek …
      Ich weiß gar nicht, wie ich meinen Tag jetzt bewältigen soll mit derartigen Bildern im Kopf!
      :-<

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