86 Gedanken zu „Einmal geübt, schon gekonnt, XXIV

  1. Beruhigt mich ungemein, dass an diesen Übungen auch das Hirn beteiligt ist. Gestern schleppte ich so ein Paket Hanteln ins Haus, die sich Amazing, mein älterer Sohn, zum Geburtstags wünscht (psst, — ich glaube aber kaum, dass er bei TT mitliest). Persönlich mache ich ja einen großen Bogen um alle Geräte (wie Sie wissen). Mein Hirn beherrsche ich durch Affirmationen (“Ich bin stark.”) und den Bizeps stärke ich, indem ich meinen eigenen Körper auf die Arme stemme.

    • ich hatte mal einen sehr athletischen Freund, der nachwies, dass man für ein extrem effektives workout nicht mehr als Boden, Wand, zwei Stühle und das eigene Körpergewicht braucht. Nicht, dass Sie das interessieren würde ; )
      Ich selbst steh’ ja dem Wechselspiel von Physik und Biochemie beim Eisenstemmen sehr aufgeschlossen gegenüber. Vernünftiges Schuhwerk (ich besitze n u r vernünftige Schuhe) vorausgesetzt, klar.

      (Ich hoffe, Sie haben die richtigen Hanteln für Amazing gekauft. Die mit Kunststoff umkleideten sind für Babies)

    • Der junge Herr hat mir einen Link auf Facebook geschickt, so dass ich nur noch die Bestellung aufgeben musste. So läuft heutzutage die Kommunikation. Er sitzt in seinem Zimmer, ich an meinem Schreibtisch und wir chatten über Facebook (oder so) ;-). Allerdings darf ich mich nie, nie, nie auf seiner Seite “sehen lassen”.

      Besonders schöne Knie, übrigens!

  2. wie oft haben sie, wie heißt es, gestemmt? ich hab das noch nie gemacht und werde es auch nicht, vielleicht sollte man mir so ein Dings ins Grab werfen, dabei fällt mir ein dass eine Katja–Lange…dem Herrn Hilbig ein Wackerstein oder etwas, oder nein ein Briketts ins Grab geworfen hat

  3. Macht frau sich damit nicht die zarten Gelenke kaputt? Würd auch gern Krafttraining machen, rumhopsen im Fitnessstudio find ich nämlich langsam doof, trau mich aber nicht recht. Wachsen einem dann Haare auf der Brust?

  4. Was mich mal so richtig geschafft hat waren einfache Kugeln, in denen ein Gewicht als Schwungrad zum Rotieren gebracht werden musste. Man hält sie in der Hand und bewegt damit kreisförmig das Handgelenk. Zeckt!

  5. Sexualverleugnung. Es ist schon erstaunlich, wie überskniegebrochen die erotische Aggression dieses Bildes abgewehrt wird, wie geradezu verniedlichend durch Pragmatismus das eine Zentrum des hier trainierten Gehirns weggetan wird: die Körpermitte nämlich: die Möse, die ich nur sehr selten auf eine solch nachdrückliche Weise in irgend einem anderen Bild verehrt gefunden habe. Und Sie können mir glauben, daß ich viele Bilder kenne. Dieses strahlt eine fast ungeheure erotische, ja pur sexuelle Energie aus. Ich könnte jetzt beginnen zu interpretieren, etwa die pervertierte Geschlechterrolle, indem die hier Trainierende den Mann symbolisch in sich aufnimmt. Es bedarf einer kleinen Perspektivverschiebung, nur eines Schrittes nach rechts, um zu sehen, worauf sogar die Hantelenden, innen, zeigen. Raffiniert, also erotisch, an dem Bild ist nämlich vor allem, daß sich sein Zentrum leicht nach links verschiebt und es am Betrachter ist, das zu korrigieren. Tut er’s, wird es zu s e i n e m erotischen Akt.
    (Selbst die Siefeletten sind geöffnet, ja uns ist nicht einmal zu erkennen erlaubt, ob das Modell einen Slip trägt oder nicht vielmehr die Schamlippen sich in dieser Grätschung spreizen; nicht sehr, aber eben genau so, wie das Leder beider Schäftchen.)

    • Das war ein erotisches Bild… solange, bis ein gänzlich humorloser Kommentar eines offenbar sexuell gestörten Oberlehrers das Bild erklären musste und damit den für jedermann offensichtlichen Reiz der Zweideutigkeit in an der Schultafel erklärte.

    • @Stuntman Kann die Wirkung eines Bildes dadurch geschmälert werden, dass man es analysiert? Und an humorigen Kommentaren ist hier auf TT ja kein Mangel – was manchmal fehlt, sind Zuspitzungen.

    • @Belleeer Sie werten, ohne – im Gegensatz zu Stuntman – zu sagen, was Sie so stört. Natürlich stellen viele Künstler ihre Egos zur Schau. Wenn Sie vor einem Wasser stehen, dass Sie bewegen wollen, werfen Sie dann Federn oder Steine?

    • ja, Frau phyllis das Bild kann zerstört werden. Zumal das auch eine stumpfe verbale Beschreibung dessen war, was das innere Kino sowieso schon sieht – und dann auch noch mit einer Belehrung verquickt.

    • man muss sich das bild nur mal mit einem männlichen dargestellten vorstellen und das dann als verehrung des phallus interpretieren.
      nun geht das scherlich weil meistens ja männliche kleidung das männliche geschlechtsteil nicht völlig kaschiert.
      mit boxershorts und drunter null erektion dürfte das klappen.

    • @Sexualverleugnung So argumentieren Psychotherapeuten auch: Wer nicht über das spricht, was sie hören wollen, leugnet und verdrängt.

      Und, Verzeihung, ich empfinde das Bild nicht als aggressiv. (Aber ich bin ja auch niedlich.)

    • @Stuntman Nur, wenn Sie sich’s zerstören lassen.
      Ich gebe ja durch die Wahl meiner Motive, auch der Titel eine bestimmte Richtung vor, liefere ein verspieltes Hintertürchen; ich will den Betrachter/die Betrachterin nicht beengen. Die Reaktionen auf diese Serie sind dementsprechend fast durchweg humorvoll. Ob das den Kern der Arbeit trifft, weiß ich (noch) nicht, doch natürlich bietet auch mir dieses Spielerische einen Schutzraum. Der sich allerdings verändert. Und auch in Frage gestellt werden kann.

    • ich finde, phyllis dass Erotik sowieso spielt. sie hattens ja Gehirntraining genannt. Ich hab es mir mit Kopfkino übersetzt. Tropfkino, Klopfkino, Zopfkino, Schopfkino..man kann ja viel damit machen, und klar ist das Voyeristische der Reiz, da stört dann ein aufklärendes Erklären.

    • ob Sie die Schamlippchen so aufspreizen wie das Leder beider Schäftchen, wie Herr ANH sich überlegt, das wüßte der Betrachter einfach gern, liebe “Künstlerin”.

    • Was ANH sieht, sieht doch jeder so. darüber reden müssen ist wien witz erklären müssen. ich finds ordinär. und dabei: son schönes bild!

    • phyllis ich verstehe ihre frage nicht.
      ( scherlich in meinem ersten kommentar soll übrigens schwerlich heissen, ein vertipper )
      ausserdem würde mich mehr ihre antwort auf den obigen kommentar von herrn herbst interessieren, der in meinen augen nur satirisch und damit herabsetzend gemeint sein kann.

    • @ Lobster Ich hab’ noch nicht geantwortet auf diesen, ANH’s Kommentar, weil ich noch dabei bin, mir meine Reaktion bewusst zu machen. Und weil ich ihn zum Anlass nehmen möchte, ein paar aktuelle Überlegungen zu der Serie anzustellen, wie ich im Tagesbeitrag schrieb.

    • Der Voyerismus sich dabei selbst zu beobachten / empfinden Aggressiv habe ich es auch nicht wahrgenommen. Erster Gedanke: nachstellen. Das ist der Reiz. Eine Neugier an der eigenen Empfindung, während solch eines Krafttrainings, erotisch aufgeladen durch die Sitzhaltung und die gespreizten Beine. Eine doppelte Lust an der Selbstbetrachtung im Spiegel. Sonst wäre es einfach nur Bodybuilding…

      @Lobster

      …ich glaube nicht dass es beim Mann selbiges hervorruft. Das Foto reizt Frau und Mann durchaus unterschiedlich. Denke ich mir…

    • @read An Ja, Sie haben ausgedrückt, wie es auch auf mich wirkt (“nachstellen” – ein doppeldeutiges Wort). “sich beobachten”: Auto-Voyeurismus. Auto-Erotik.

      (Ob Männer auch s o auf sich sehen? Weiß ich gar nicht.)

    • @read an und Melusine Wenn die Bilder dieser Reihe nicht hermetisch wirken, wenn frau sie sich aneignen kann, und will, wenn sie nicht so manipulativ daher kommen, dass die eigene Interpretation unerwünscht zu sein scheint, ja, wenn sie zum nachstellen animieren,
      dann
      geht’s der Künstlerin prächtig.

    • @Melusine & Phyllis Ob Männer so auf sich sehen, horchen, sich beobachten? Wäre doch schön!

      Ich fand die Verknüpfung spannend, da Bodybuilding nicht das erste ist was ich mit Erotik Verbindung bringe, mir aber durchaus vorstellen kann, dass durch diese Art der körperlichen Belastung eine Art (An-)Spannungsbogen entsteht. Ja, Auto-Erotik ist gut. Dem entgegen die offene Sitzhaltung, das erzeugt etwas.

      Erwischt Frau Kiehl, ja ich habe das gleich mal nachgestellt, mit Wasserflaschen auf dem Küchenboden, mich hat interessiert ob der Vaginalmuskel auch beansprucht wird. Der bleibt aber entspannt. Der lässt sich ohnehin in jeder Lebenslage trainieren und keiner hat’s gesehen 😉

    • @read An @Phyllis Wenn man die Reihe “Einmal geübt, schon gekonnt” vergleicht mit Darstellungen von Künstlerinnen, die gleichfalls mit Selbst-Performance und Sexualität arbeiten (ich denke an Pipilotta Rist, Valie Export, Carolee Schneemann oder Marina Abramovic; ein Bezugsrahmen, den ich viel einleuchtender finde als Pornographie), dann wird deutlich wie wichtig in Phyllis Kiehls Arbeiten Selbst-Ironie einerseits und andererseits ein “selbstverständlicherer” (wie Sie selbst schreiben, liebe Phyllis) Umgang mit Sexualität ist. Marie-Luise Lange hat die Kunst-Geschichte der Selbstperformance von Künstlerinnen einmal als eine “Geschichte der Grenzüberschreitungen” beschrieben. Phyllis Kiehl, könnte man sagen, überschreitet diese Geschichte, indem sie diese Kunstform ins Spielerische transformiert, also die “Verschiebung” mit dem Alltag konfrontiert (z.B. hier der Matte, dem Teppich). Insofern ist ein pragmatischer und humorvoller (Austesten des eigenen Vaginamuskels in der Position z.B.) Umgang mit diesem Material geradezu in ihm selbst angelegt und eben nicht Ausdruck einer verschämten Verdrängung.

    • @Melusine Das finde ich gut zusammengefasst.

      Verführung zur Selbstspionage. Sich einmal selbst nachstellen, sich belauern innerhalb einer ungewohnten Situationen oder eines Zustandes also ein
      Selbstauslöser.

    • Manche räkeln sich lieber auf Samtkissen, als unter Gerten zu zucken. Die genießen auch!

      Phyllis Kiehls Bilder – und deshalb gefallen Sie mir – zielen nicht (nur?) auf einen männlichen Blick.

    • @Melusine Zu Ihrer Feststellung: “Phyllis Kiehls Bilder – und deshalb gefallen Sie mir – zielen nicht (nur?) auf einen männlichen Blick” kann ich sagen, dass ich Ihnen vorbehaltlos glaube. Denn ich kenne den weiblichen Blick nicht wirklich : )

    • Blicke@MelusineB. Daß Frau Kiehls Bilder auch, vielleicht sogar ganz besonders, auf den weiblichen Blick zielen, scheint mir aufgrund etwa Ihrer (oft höchst klugen) Reaktionen ausgemacht zu sein. Nur kann ich als Mann nicht wissen, was das denn sei, ein weiblicher Blick. Ich kann ihn mir, wenn ich denn will, konstruieren; dann aber wird er in bestem Fall eine männliche Projektion bleiben. Weshalb ich eine solche sysiphone Anstrengung schon aus Klugheit nicht aufbringen möchte; außerdem liebe ich meinen, den männlichen, Blick. Ich verdanke ihm viel Genuß, und Frauen verdanken ihm den ihren. Ja er fehlte ihnen, wenn ich ihn mir verklemmte. Das hat mit Gerten vielleicht nicht nichts, aber doch nicht unbedingt etwas zu tun. Daß aber Sexualität immer a u c h einen Anteil Gewalt hat, läßt sich kaum leugnen, und zwar mindestens in einem Sinn, den die Wörter “Urgewalt”, “Naturgewalt” und vor allem “Schöpfungsgewalt” auf wunderbare Weise zum Ausdruck bringen. In dem Sinn war auch mein Hinweis auf Paglia gemeint, die mein Denken ziemlich geprägt hat – stärker in jedem Fall als die meisten Männer, die ich las und hörte.

    • @ANH “Urgewalt” Das weiß ich doch: Manche fassen das als “Verdinglichung” oder “kleinen Tod”.
      ( http://gleisbauarbeiten.blogspot.com/2010/11/kannibalischer-sex-verdinglichung-und.html ).
      Und tatsächlich: Das ist gegen alle Vernunft und “spielt” nicht mehr. Das aber ist auch einer der Unterschiede zwischen Erotik und Sexualität – finde ich! Und zwischen Schauen und Tun.

      (Dazu, dass Frauen dem “männlichen Blick” ich meine das jetzt nicht bezogen auf Sie persönlich, sondern kulturell, “viel verdanken” ließe sich einiges sagen; denn, selbstverständlich: Dieser Blick hat Frauen auch beschränkt, weil er in einer patriarchalen Gesellschaft die Grenzen des Bildes bestimmt, das Frauen sich von sich selbst machen. Gerade deshalb sind Arbeiten wie die von Phyllis Kiehl so wichtig, weil sie d i e s e Grenzen überschreiten.)

  6. “eines offenbar sexuell gestörten Oberlehrers”… Jetzt heult die Meute auf, feig im Alleingang, aber vereint, wie wissen’s, sind wir stark und aufgeklärt. Bloß nie nennen, was ist, bloß wegschippern mit schalem Gewitzel. Auf daß uns unser Verklemmtsein bleibe.
    Wenn Sie wüßten, welch eine Verachtung dies alles in mir auslöst. Jedenfalls ist dies ganz offenbar ein Lehrstück in Neuem Biedermeier. Dabei sind wir wohl in einem einig: das Bild ist sehr schön. Aber die einen Vielen möchten nicht sagen, weshalb, die anderen wenigen, im Zweifel nur ich, stehen zu sich und ihrem Blick.

    (Es ist eine Tendenz in diesem Blog, daß etwas, das pikant ist – wie es sehr viele dieser Bilder sind -, ins Humoristische verharmlost wird. In der Psychoanalyse nennt man so etwas eine Reaktionsbildung; es ist dieselbe Dynamik, die herrscht, wenn im Kino harte Gewalt gezeigt wird, aber das Publikum aufgrölt… nur halt etwas vornehmer hier.)

    • sagen Sie mal, wer glauben Sie denn, wer sie sind, hier den Oberlehrer spielen zu müssen. Wenn Sie Pornos sehen möchten, oder sich sexuell deutlich aussprechen wollen, dafür gibt es doch andere Seiten….oder nicht?

    • @anh “auf das uns unser verklemmt sein bleibe” & “lehrstück in neuem biedermeier”,
      verquickt mit einer möse, die niemand sieht.

      das bild ist in meinen augen völlig harmlos, es sei denn man interpretiert es als “zurück zur verhüllung, zurück zur schamhaftigkeit” – also “lasst uns nochmal bei den hantelchen, die auf die verhüllte vulva zeigen, beginnen”.

      was sie da hereininterpretieren, kann sehr wohl als mut zur eigenen hintergründigen blickvoreingenommenheit aufgefasst sein, allerdings verstehe ich dann nicht ihren schäumenden abgrenzungsanfall hinsichtlich der anderen kommentator:innen hier,
      welcher widerum als feigheit auffassbar sein kann.
      sie hätten ja ihre begeisterung völlig solistisch äussern können, einsam & tapfer auf weiter flur.

    • @ANH Ich fand das, was Sie als “Gewitzel” bezeichnen, nicht schal, ich hab’ einige Male herzlich gelacht. Humorvolle Reaktionen sind logische Konsequenz dessen, was ich über die oft ironisierenden Titel dieser Serie anbiete.
      Sexualität ist eines meiner künstlerischen Themen.
      Mir liegt aber auch daran, ihre Selbstverständlichkeit zu betonen … es geht nicht darum, auf Teufel komm’ raus zu provozieren. Na gut, bei einzelnen Bildern schon. Aber mit Witz. Ich brauch’ diesen Witz! Dass der Grad zwischen Evokation und Provokation manchmal ziemlich schmal ist – klar.
      Alles weitere später.

    • “flauschig”, liebe Phyllis, ist genau das, was ich meine. In bürgerlichen Ensembles entsprach des dem Plüsch, den die Leute jetzt inwendig haben. Sie kennen den Witz? “Ich hatte heute nacht einen furchtbaren Traum.” “Tatsächlich?” “Ja, ich habe geträumt, daß ich einen riesigen Marshmallow aß. Und als ich erwachte, war das Kopfkissen weg.”

      Zum mir vorgeblich fehlenden Humor: “Sexualität ist kein Spaziergang im Grünen”, schreibt >>>> die große Paglia.

  7. zu ANHs “Sexualverleugnung” Diesen Begriff halte ich für unglücklich gewählt.
    Mich als Mann zwischen die geöffneten Schenkel einer Frau hineinschieben zu wollen, die ich mir als lustvoll einladend imaginiere, ist eine Angelegenheit von Raffinesse der Natur. Vielleicht spielt bei der humorvollen “Verniedlichung” der Aspekt der Impulskontrolle eine gewisse Rolle. Die Fähigkeit, sexuelle Energie über Humor “unschädlich” abzuführen, darf zuerst als Zeichen von Kultiviertheit verstanden werden, wie ich meine. Mit Verklemmtheit oder gar Sexualverleugnung hat das nichts zu tun.

    Es kann schwer darüber hinweg argumentiert werden, dass erotisch aufgeladene Szenen in dieser Serie Spiegelflächen darstellen, in welchen der Betrachter nicht nur seine Haltung zur eigenen Sexualität erlebt, sondern simultan auch seine Haltung betreffend die Sexualität eines (fiktiven) Partners. Insofern eignen sich die Bilder geradezu als höchst intime “Prüfpunkte”. Ist aber ein öffentlicher Austausch darüber wirklich sinnvoll möglich? Ich weiß es nicht.

    • @Hans1962 zunächst neigte ich noch dazu, Ihnen recht zu geben bezüglich der behauptung, dass “verleugnung” ein unglücklich gewählter begriff sei. reaktionen jedoch, die ANH als “oberlehrer denunzieren, lassen mich dahin gehen, ihm doch zuzustimmen.

    • @Hans1962 & Mlle Beamunt, und ANH Ich empfinde ANH’s ersten Beitrag keineswegs als “oberlehrerhaft”. Und auch, (@Lobster) nicht als abwertend. Ich sah, was er schrieb, als interessante (und legitime, obwohl ich immer zusammenzucke, wenn ich das Wort “Möse” oder “Schamlippen” lese) Reaktion auf eine Bild-Vorgabe an, die zu Interpretationen solcher Art einlädt. Wir sind hier nicht in der Kirche, niemand wird zum geteilten Glauben verdonnert.
      Was Sexualitätsverleugnung angeht, bin ich dennoch nicht ganz auf seiner Linie – ich gehe davon aus, dass sich jede(r) genau so viel erotischen Pulsschlag von hier mitnimmt, wie es den individuellen Vorlieben entspricht.
      Wucht kann man nicht verordnen…

    • @Hans. Sie vertreten damit die Position der Sublimationstheorie, von der ich wiederum meine, also von der Sublimation, daß sie für einige Ungeheuerlichkeiten verantwortlich zu machen ist. Sexualität zu sublimieren, anstatt zu ihr zu stehen und sie zu leben, führt zu einer Verdrängung, die sich an nicht mehr kontrollierbarer Stelle zur Explosion bringen kann, wenn nicht sogar muß. Kulturviertheit bedeutet, Sexualität zu leben, und zwar öffentlich auch in Haltung und Rede, damit ein Fehllaufen gerade verhindert wird. Selbstverständlich gehört der Humor, den Sie hier verteidigen, in die Impulskontrolle – nur weshalb sollte ein Impuls zur Sexualität bei der Betrachtung eines Bildes im Netz greifen müssen? Das ist restlos unverhältnismäßig und zeigt, wie internalisiert die Tabus sind, von denen zugleich behauptet wird, wir hätten sie nicht mehr.

    • @Was soll der Satz.. Sexualität ist kein Spaziergang im Grünen? Was ist denn das für ein Blödsinn. Wissen Sie, das Sex etwas mit Feuchtigkeit zu tun hat? Und wissen Sie was das Wort Humor bedeutet? Wer den Sex so in die knochenstaubige Griffel seine psychoanalytisch überstrapazierten Begriffsknochenfinger nennt, der hat ein sexuelles Problem. Der weiß nicht, was Feuchtigkeit ist, was Humor heißt.

    • @Stuntman. Ob Sie wohl auch, trotz Ihres Humors, die Stunt-Festigkeit haben, sich nicht immer hinterm Pseudonymen zu verstecken, sondern so offenen Visiers aufzutreten, wie vor allem Frau Kiehl und ich es hier halten? Eher wohl nicht, sonst müßten Sie ja befürchten, trotz Ihres Humors für Ihre Dummheiten geradezustehen. Jedenfalls las ich bisher von Ihnen noch kein Argument, sondern Sie fühlen sich wohl, anonym, im Ressentiment. Es gibt hier Leser, um die ich die von mir geschätzte Frau Kiehl nicht beneide.

      Der von Ihnen als Blödsinn titulierte Satz stammt von Camille Paglia, ich habe auf das entsprechende Buch in meinem Kommentar verlinkt. Also verschaffen Sie sich Kenntnis oder, wie eine Freundin dazu sagt: “Bilden Sie sich nach.”

      (NOTA: Meiner Meinung nach sollte, wer attackiert, dies mit offenem Visier tun; andere müssen das nicht.)

    • na na… Es ist mir egal, wer etwas gesagt hat, wenn es Sinn macht, dann ist es gut. Wenn es ein Gemeinplatz ist, dann eben nicht. Halten Sie sich für besonders befugt, hier Lektüre-Ratschläge zu geben? In meiner reichen sexuellen Erfahrung habe ich den Sex jedes Mal anders erlebt, jedesmal anders…manchmal war er leicht, oder silbern, oder grün oder blau oder milchig oder hellgelb, und manchmal grau in grau und manchmal schwarz oder rot und manchmal auch ein Spaziergang im Grünen..Meine Frauen sehen das übrigens genau so. Und ich habe zweit Töchter. Wen oder was wollen Sie denn hier agitieren, Sie kleiner Held? Sie haben ein psychologisches Problem mit dem Sex., dass Sie auf alle Anderen ausgießen wollen. Der Voyerismus ist e i n e Spielart des Erotischen. E i n e Spielart. Ich spiele ihn manchmal, genau so wie andere. Er amüsiert und belebt mich, und Frau Kiehl bedient den Voyerismus sehr gut Er verlangt Anonymität ebenso wie er das Halbbedeckte einer Frau sehr reizvoll macht. Ich stehe zu meiner Anonymität – im Gegensatz zu Ihnen. Sie kommen hier hineingepoltert mit Ihrem langweiligen Sigmund Freud-Katechismus, und machen alles kaputt, mit Ihrer unkultivierten verklemmten Pornografie.

  8. ich mag dieses bild ein weib (dieses wort will ich als kompliment verstanden wissen), das jederzeit “walk all over you” geben oder auch leise durch die tür im spiegel gehen könnte.
    oder sich weiterhantelt.

  9. Trotzige Verletzlichkeit Das Foto ist gesichtslos, eine Frau , der Untertitel weist , irreführend?, auf ein Hirnforschungsexperiment hin.
    Was für eine sprechende Aussage in der Körperhaltung!
    Ich will das Bild nicht intellektuell analysieren, sondern habe mich einfach spontan in das Wesen der Frau hineingefühlt. Die in den aufgerichteten Ellenbogen gehaltenen Hanteln sind keine Verteidigungswaffe sondern eher eine Gebärde der Hilflosigkeit.
    Da das Foto kein Gesicht zeigt , habe ich mir auch die Augen der Frau vorgestellt: Mut und Angst vermute ich dort und eine trotzige Verletzlichkeit, die sich in der Körperhaltung widerspiegelt.

    • @Ladybird Schön, dass Sie das Stichwort Hirnforschung noch einmal aufbringen. Im Gegensatz zu meinen Zeichnungen, bei deren Entstehung immer zuerst der Titel da ist, ist es bei der Fotoserie umgekehrt: Ich betrachte mir das Bild im Nachhinein und versuche eine Essenz – um Hans’ Wort zu verwenden – daraus für mich abzuleiten.
      Hanteln und Stilettos, gespreizte Beine und aufgepumpter Bizeps, Metall und Seide – der chemische Cocktail, der dabei im Gehirn der Frau entsteht, ist (das war meine Schlussfolgerung, während das Foto entstand) tatsächlich ein Experiment. Krafttraining ist ein geschlossener, selbstbezüglicher Akt, das gleichzeitige zur Schau stellen einer erotischen Pose ein Akt des Öffnens zu einem unsichtbaren Publikum hin. Die Verletzlichkeit, die Sie aus dem Bild herauslesen, auch der Trotz, entsteht wohl aus dieser Mischung.

    • Nach meiner (leider sehr beschränkten) Erfahrung v e r f ü g e n Frauen über diesen Blick.
      Das bedeutet, sie können sich dessen bedienen, wenn ihnen danach ist.
      Im Gegensatz zu Männern: die können nicht anders, sie haben ihn nur.

    • @Hans1962 Frauen können sich also besser im Zaum halten als Männer? Agieren strategischer? Dafür lassen sich sicherlich viele Beweise finden. Und Gegenbeweise ebenso…
      Moment, muss mal eben in meinem Gedächtnis kramen…

    • Das können Sie wirklich nicht wissen, worüber Frauen verfügen, das ist einfach nicht möglich.
      Genaus wie es für Männer nicht möglich ist, über die Sexualität einer Frau zu schreiben, das geht nicht, ich hab das mit meiner Elke erst gar nicht versucht, sie hat den Kopf geschüttelt

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