Sturm und Regen.

Kein Platz heute für Albernheiten; ich bin in Gedanken bei meiner Freundin Parastou, deren Eltern Dariush und Parvaneh Forouhar, beide oppositionelle Politiker, heute vor zehn Jahren in Teheran in ihrem eigenen Haus ermordet wurden.
Seit zehn Jahren bemüht sich Parastou, den Prozess um die Aufklärung dieser Morde voranzutreiben, unter zunehmend schwierigeren Bedingungen. Sie ist, wie jedes Jahr im November, in den Iran gereist, um die Trauerzeremonie abzuhalten.

In den ersten Jahren gerieten diese jährlichen Zeremonien, die sie mit großem persönlichem Risiko organisiert, zu Kundgebungen, auf denen die Leute nach Gerechtigkeit und Demokratie für ihr Land schrien. Dafür oft geprügelt wurden. Verhaftet. Doch in den letzten Jahren hat man Parastou verboten, die Zeremonie überhaupt abzuhalten, geschweige denn öffentlich. So wird sie heute mit den ihr verbliebenen Verwandten in ihrem Elternhaus die Kerzen anzünden, abgeriegelt.

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